SUND Wissen: Einblicke ins Labor mit Gabi Krügel

04. Januar 2022


Seit elf Jahren ist Gabi Krügel für die Qualitätskontrolle der SUND-Produkte verantwortlich. Sie überwacht die Tests, die jeden Tag die Eigenschaften der Artikel feststellen. Die Ergebnisse dienen der Kontrolle und sind wichtige Informationen für den Vertrieb sowie Kunden. In der Reihe „SUND Wissen“ gibt die studierte Qualitätstechnikerin Einblicke ins Labor.

Als Sie bei SUND angefangen haben, war Ihnen bewusst, dass Müllbeutel technisch so komplex sein können?

Gabi Krügel: Nein, definitiv nicht. Das kann ich mit Bestimmtheit sagen, denn ich habe nach meiner Ausbildung immer in der Qualitätssicherung gearbeitet. Bevor ich ein Fernstudium absolvierte, habe ich in einem Kabelwerk gearbeitet. Da wurden auch verschiedene Kunststoffe wie z.B. Polyethylen und PVC getestet. U.a. wurde auch die Reißfestigkeit überprüft und mithilfe des Messschiebers wurde die Dehnung während des Zugversuches ermittelt. Eine Software für die Prüfmaschine gab es nicht und somit musste man die Werte mit dem Taschenrechner ermitteln. Es hat sich viel verändert. Hier ist das jetzt digitalisiert.

Wie viele Leute arbeiten bei Ihnen im Labor?

Wir sind zurzeit zu dritt und noch eine Aushilfe. Die Azubis im Groß- und Außenhandel müssen alle Abteilungen durchlaufen und sind in der Regel zwischen drei und vier Wochen bei uns. Die Auszubildenden kommen in der Regel als erstes zu uns, damit die auch mal das Material angefasst haben und wissen, was sie verkaufen. Dieser Start ist eine gute Basis für die Ausbildung.

Was macht eine gute Qualität bei Müllsäcken aus?

Qualität fängt schon damit an, wo man das Regenerat herbekommen hat, wie häufig es wiederverwendet wurde und wie viel Neuware beigemischt wurde. Es ist ganz klar, wenn man 1A-Ware beimischt wird die Qualität besser. Relevant ist auch, wie viel Calciumcarbonat, also Kreide, beigemischt wurde. Das kann die Qualität verbessern, aber wenn man zu viel hinzufügt, kann die Folie ziemlich schnell einreißen. Es ist wie beim Backen, die Rezeptur macht die Qualität aus.

Was passiert mit den Daten, die Sie hier im Labor erfassen?

Wir haben zwei Datenbänke, die wir führen. Einmal für den Verkauf und einmal für uns. Hier geben wir die Werte ein und können Auswertungen tätigen. So kann auch der Einkäufer oder Mitarbeiter sehen, was der jeweilige Status bei den Prüfungen ist. Das wollen wir noch weiter ausbauen, sodass wir wenig Anrufe bekommen und alles digitalisiert ist. Jeder kann direkt die Qualitätskontrollberichte und Prüfberichte sehen.

Warum ist dies wichtig?

So können die Verkäufer sehen, dass die Säcke den Anforderungen entsprechen und verkauft werden können. Wir können uns auch anschauen, wie die Qualität der Müllsäcke im Verlauf ist, inklusive Minimal- und Maximalwerten. Wir überprüfen unsere Produktion stichprobenartig und können das auch mit Fremdmustern vergleichen. 

Testen Sie im Labor auch Produkte der Konkurrenz?

Ja, wir testen auch Fremdmuster. So können wir feststellen, dass ein Müllsack von uns mit 50 µm wettbewerbsfähig gegen ein Konkurrenzprodukt mit 60 µm ist. Wir testen die Produkte und vergleichen sie. Wir haben ganz oft festgestellt, dass unsere technischen Werte besser sind, als die der Fremdmuster, obwohl wir eine geringere Foliendicke haben. Auf die Tonne gesehen ist das eine ganze Menge und auch in Bezug auf Nachhaltigkeit ist das wichtig.

Gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Herstellern?

Ich arbeite seit mittlerweile elf Jahren hier. Man kennt dann auch die technischen Werte von unseren Produkten, das merke ich sogar schon am Geruch. Man kann die Unterschiede auch fühlen.

Was können Sie hier noch testen?

Ein klassisches Beispiel: Wir machen hier ja auch Qualitätskontrollen und testen Rollengewicht. Wenn eine Rolle beispielsweise zu wenig wiegt, aber die einzelnen Säcke das korrekte Gewicht haben, dann ist es klar, dass auf der Rolle Säcke fehlen. Das kann vorkommen. Andersrum kann es auch sein, dass die Rolle übergewichtig ist, aber die Säcke zu wenig Gewicht haben. Das würde vielleicht bei der Ermittlung der Palettengewichte nicht auffallen, aber wir bestimmen das Gewicht der Rolle wie auch das Einzelgewicht der Säcke.

Interessieren sich auch die Kunden von SUND für diese Ergebnisse?

Ja, wir bekommen oft Anfragen, dass Kunden einen Prüfbericht von Artikeln brauchen.

Wie häufig werden die Produkte getestet?

Wir haben ja zum Beispiel die Superhelden, das sind vier Artikel, die testen wir zweimal im Monat. Dann gibt es noch regelmäßige Qualitätskontrollen und bei den Sonderartikeln prüfen wir wirklich jeden Artikel. Bei den laufenden Artikeln machen wir das nur stichprobenartig. In Zukunft soll die Datenbank mit SAP verknüpft werden, sodass algorithmisch die Stichproben gezogen werden. Das wird aber erst im Neubau passieren.

Ist es normal, so viel zu testen?

Ich glaube schon, dass es normal ist, aber wir sind sehr gut in der Qualitätssicherung aufgestellt. Wir prüfen viel und machen viel möglich. Wir können Prüfberichte auch kurzfristig an Außendienstmitarbeiter schicken und daher oft gute Aufträge erhalten, weil unsere Produktqualität gut ist und wir sofort agieren.

Wie wird das Labor im SUND-Neubau aussehen?

Es wird größer, weil wir zwei Labore zusammenführen. Wir werden dann die Qualitätskontrolle und Wareneingangsprüfung, in der wir Gewicht, Länge und Breite sowie die Kartonagen prüfen, mitten im Lager einbauen. Da werden wir dann drei Prüfplätze haben, das eigentliche Labor ist dann mit allen Messgeräten an einer anderen Stelle. Ich bin schon gespannt.