SUND Wissen: Bis es reißt – Belastungstests im Labor

11. Oktober 2021


Die Reihe “SUND Wissen” führt durchs Labor: Die Qualitätssicherung nimmt bei der SUND Group einen elementaren Bestandteil ein. Dafür wird auf verschiedene Maschinen zurückgegriffen, mit denen die Produkte genau getestet werden können. Labor-Chefin Gabi Krügel erklärt die Testgeräte. Teil 1: die Zugmaschine.

„Wir testen die Belastbarkeit der Müllsäcke in mehreren Schritten, wie z.B. die Reißfestigkeit in der Längs- und in der Querrichtung. Das vermischt man nicht, weil die technischen Eigenschaften anders sind. Da auch unter anderem die Dehnung in der Querrichtung deutlich höher ist als in der Längsrichtung“, erklärt Krügel, bevor sie einen zurechtgeschnittenen Streifen eines Müllsacks auf seine Dicke testet. 

Um die Dicke der Probe zu bestimmen, kommt ein kleines Messgerät zum Einsatz, das die Dicke der Folie mechanisch misst. Jede Probe wird fünf Mal gemessen, um einen Mittelwert zu bestimmen. „Da wir nicht nur die Kraft ermitteln wollen, wann die Folie reißt, sondern auch Newton pro Quadratmillimeter, also Megapascal-Wert, rechnet uns anhand einer Formel die Software auch diesen Wert aus. Dafür wird die Dicke der Probe bestimmt.“

Der Probenstreifen muss gerade eingespannt werden. Der Unterschied zwischen Längs- und Querrichtung ist entscheidend, denn in der Längsrichtung ist die Kraft gleichbleibend. An zwei Punkten fixiert, fährt der Arm der Zugmaschine langsam nach oben, bis der Teststreifen reißt. Die Kraft, die dazu benötigt wird, ist direkt in einer Software auslesbar. „Ich kann über die Software zwei Prüfvorschriften aufrufen, wo unterschiedliche Startpositionen festgelegt sind. Das ist besonders wichtig für dickere Folien, damit wir auch in der Querrichtung genug Platz haben, um den Wert zu bestimmen“, führt Krügel fort. In einem Graph wird visuell dargestellt, wie viel Kraft benötigt wurde, um den Probenstreifen zum Reißen zu bringen. In diesem Fall brauchte es 10,09 Newton, damit es zum Riss kam.

In der Querrichtung gibt es ein erstes Kraftmaximum, es bildet sich beim Ziehen eine Taille. Dort, wo sich der Streifen bereits verformt hat, ist der erste Belastungswert, der gemessen wird. Aber es dauert dann noch, bis der Streifen reißt. Die Dehnung in der Querrichtung ist durch die Polymerketten deutlich höher.

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