Interview mit Wolfgang Dede: Neuer Firmensitz der SUND Group

01. April 2021


„Ein Ruck durch die Firma“: Wolfgang Dede über den neuen SUND-Standort im Victoria Park

Die SUND Group zieht um: Im nächsten Jahr beziehen wir unseren neuen Firmensitz im Victoria Park. Die Grundsteinlegung erfolgte bereits im Januar, bis Ende 2022 soll der Umzug vollständig abgeschlossen sein. Im Interview erklärt Geschäftsführer Wolfgang Dede, was für den neuen Standort geplant ist.

Herr Dede, warum hat sich die SUND Group zu einem Neubau und Umzug entschieden?

Wolfgang Dede: An unserem jetzigen Standort im Lademannbogen haben wir mittlerweile vier verschiedene Grundstücke. Das führt zu logistischen Problemen und wir haben keine Möglichkeit, weiter zu expandieren. Der größte Teil unserer Lagerbestände befindet sich in Speditionslagern. All diese Faktoren haben den Ausschlag gegeben, alles zusammenzulegen und einen Neubau zu starten.

Wie lange hat die Planung des Umzugs gedauert?

Wir haben schon vor Jahren festgestellt, dass wir platzmäßig an unsere Grenzen stoßen. Deswegen fingen wir 2013 an, uns Grundstücke anzuschauen. Nachdem uns die Stadt keine geeigneten Flächen anbieten konnte, kamen wir mit dem privaten Gewerbegebietentwickler für den Victoria Park in Kontakt. So konnten wir eine 75.000 Quadratmeter große Fläche erwerben, mit der wir auch genug Kapazitäten für zukünftige Expansionen haben. 2018 wurden die Planungen dann konkreter und der Bebauungsplan wurde im Dezember 2019 verabschiedet. Wir haben was die Büroräume anbelangt mit Zuwachs geplant. 
Auf den gekauften Flächen haben wir nun die Möglichkeit unsere Kapazitäten, in einem zweiten Bauabschnitt, noch einmal zu verdoppeln.

Wie wird der neue Standort aussehen?

Wir werden eine Nutzfläche im Bürogebäude von ungefähr 5.000 Quadratmetern haben. Hinzu kommt noch eine Lagerfläche in ähnlicher Größe und ein vollautomatisiertes Hochregallager mit 34.000 Plätzen für Europaletten. Es wird nur noch nötig sein, die Paletten aus den LKW zu entladen und auf die Fördertechnik zu setzen, beziehungsweise umgekehrt. Die Paletten werden dann an die Kommissionierplätze herangefahren und die Kartons entnommen. Sie fahren danach automatisch weg und werden bereitgestellt, wenn sie ausgeliefert werden sollen. Wir werden also eine digitalisierte Lagertechnik haben.

Wie wird die aktuelle Knappheit an Parkplätzen angegangen?

Wir bauen eine Tiefgarage mit 92 Parkplätzen. Das ist gerade bei unserem jetzigen Standort ein Problem, dass wir nicht genügend Parkflächen haben. Hinzu kommt noch ein Fahrradkeller und die Möglichkeit, E-Autos an Ladesäulen laden zu können. Das ist ein großer Vorteil für alle, die nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen.


Was wird das Firmengelände den Mitarbeitenden von SUND bieten?

Unser neues Grundstück wird zu fast 25 Prozent aus öffentlichen Naherholungsflächen bestehen. Es gibt Spazierwege sowie Bewässerungsgräben und -teiche. Das ist für unsere Mitarbeiter sicherlich auch ein Vorteil, allerdings wird es in dem neuen Gebäude auch ein Betriebsrestaurant und eine Außenterrasse geben. Wir haben also zahlreiche attraktive Flächen, die wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Pausen zur Verfügung stellen können.

Welchen Stellenwert hatte der Umweltschutz?

Der gesamte Bau wird von einem Umweltingenieursbüro begleitet, das die Flora und Fauna regelmäßig beobachtet. Wir werden ein Gründach auf dem Gebäude haben sowie Photovoltaik. Zudem werden wir in erster Linie heimische Pflanzen auf dem Grundstück unterbringen. Wir werden außerdem Maßnahmen ergreifen, damit sich Insekten ansiedeln können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit auch ein Projekt wie „Urban Gardening“ auf den vorhandenen Flächen zu verfolgen. Wir beabsichtigen den Bau nach DGNB Standard Platin zertifizieren zu lassen. Das umfasst, dass der Bau nachhaltig und in vielen Richtungen auch umweltfreundlich erstellt wird und betrieben werden kann. Der Umweltgedanke wird also konsequent verfolgt, ich gehe mal davon aus, dass es wahrscheinlich kein grüneres Gewerbegebiet in Deutschland geben wird.

Was versprechen Sie sich persönlich von dem Umzug?

Ich glaube, dass wir es durch dieses neue Firmengebäude schaffen werden, wieder einen Ruck in die Firma zu bringen. Das habe ich bei unserem letzten großen Umzug 1989 festgestellt. Zuerst mussten wir in die damalige Fläche reinwachsen, aber sechs Jahre später haben wir unsere Lagerfläche um 50 Prozent erweitert und 15 Jahre später haben wir das Gebäude aufgestockt, um mehr Büroräume zu schaffen. Ich gehe davon aus, dass die logistischen Abläufe und die interne Kommunikation der Mitarbeiter sehr positiv beeinflusst werden, da wir keine getrennten Standorte mehr haben werden.